Die Installation untersucht Naturjodel, Gebetsruf, Brauchtum und Schutzrituale als Formen des Zusammenlebens und als soziale Praxis. Ein Ruf wird ausgerichtet, getragen vom Wind über Hügel und Grenzen hinaus. Er erinnert daran, dass Handeln widerständig sein kann und gerechtes Zusammenleben internationale Solidarität benötigt. Der Schopf wird in einen Schwellenraum umgewandelt – ein Ort zwischen Alltag und Ritual, zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem. Zur blauen Stunde wird hier täglich geräuchert und gerufen. Stimmen wenden sich an Ahnen, Ur-Grossmütter, Schwestern, Mystikerinnen und Revolutionärinnen. Ihr Wissen und ihre Strategien werden angerufen, um Schutz zu erbitten und Kraft für eine Befreiung von unten zu gewinnen. Der Schopf wird so auch zu einer Rehabilitierungsstätte: ein Raum, der an diejeni- gen erinnert, deren Stimmen systematisch ausgegrenzt wurden. Die Atmosphäre, geprägt von Rauch, Klang und Bewegung, öffnet den Übergang in eine andere Sphäre. Die Geschichten der Ahnen sind in unsere Körper eingeschrieben – als Traumata, aber auch als Potenzial, das in Ritualen weiterlebt.
In der Performance verbindet die Künstlerin mit den eingeladenen Gästen Caroline Ann Baur und Angi Nend zusammen Körper, Klang und Bewegung. Fragen nach Zugehörigkeit und Schutz werden gestellt: Wer schützt wen? Wer gehört dazu? Welche Rolle kann Klang in einer Gesellschaft voller Differenzen und Entfremdung spielen?
Das Publikum wird eingeladen, den Schwellenraum zu betreten und sich auf ein gemeinsames Hören einzulassen – als Möglichkeit der Erinnerung, der Verbindung und des Widerstands.
The installation explores natural yodeling, calls to prayer, customs, and protective rituals as forms of coexistence and social practice. A call is made, carried by the wind over hills and beyond borders. It reminds us that action can be resistant and that just coexistence requires international solidarity. The barn is transformed into a liminal space—a place between everyday life and ritual, between the visible and the invisible. Every day at twilight, incense is burned and calls are made. Voices address ancestors, great-grandmothers, sisters, mystics, and revolutionaries. Their knowledge and strategies are invoked to ask for protection and to gain strength for liberation from below.
The Schopf thus also becomes a place of rehabilitation: a space that commemorates those whose voices have been systematically marginalized. The atmosphere, characterized by smoke, sound, and movement, opens the transition to another sphere. The stories of our ancestors are inscribed in our bodies—as traumas, but also as potential that lives on in rituals.
The performance combines body, sound, and movement. Questions of belonging and protection are raised: Who protects whom? Who belongs? What role can sound play in a society full of differences and alienation?
The audience is invited to enter the threshold space and engage in shared listening—as an opportunity for remembrance, connection, and resistance.
Link zum <a href="null">Text Dokument & Audio vom «Alpsegen der Revolutionärinnen und Mystikerinnen»
Komposition: Vanessà Heer & Caroline Ann Baur
Link zur Video Dokumentation
Audio-visuelle Installation mit gesammelten Naturmaterialien, Holdere (Dolden, Blüten, Beeren, Gehölze) sowie div. Weidekörbe, Juteschnur, Flachs, Wachs, Bettrichter, Ofen, Räuchlepfanne aus Kupfer, selbst gezogener Holunder, Mesh Textilgewebe, Sound mit Stereo Audio System, Hornlautsprecher, Stereo Lautsprecher
Dimension variabel
mit Unterstützung von: Susan Steiger (Wachsmasken)
Klang Moor Schopfe, Gais Schweiz, 2025